Das Elbhangfest in Dresden

"Täglich fühle ich das Glück des Landlebens mehr. Loschwitz wird mir immer werter, und mit jedem Tag entdecke ich neue Schönheiten in diesem Grunde. Glücklicher wie ich mich jetzt dünke, kann wohl keiner sein, Gott sei Dank!"

Als DER Vertreter der deutschen Romantik darf er so schwärmen, der 24-Jährige Caspar David Friedrich; am 19. Juli 1803 ist der schwerblütige Pommer zum romantischen Sachsen geworden, von einem Tag
auf den anderen, mit dem Einzug in Loschwitz. Andere folgten, wie der Rheinländer Gerhard von Kügelgen. Karl Friedrich Schinkel machte 1829 schon mal Urlaub hier und hätte sich 1833 fast häuslich niedergelassen,
wenn er Baudirektor an der Dresdner Akademie geworden wäre, aber den Posten schnappte ihm Gottfried Semper vor der Nase weg.

Der Elbhang oberhalb des Blauen Wunders bis zum Pillnitzer Schloß zog von jeher Maler, Dichter und Denker an. Und wem es noch nicht romantisch genug war, der baute, wie Friedrich August III anno 1785, über dem Friedrichsgrund am Borsberghang eine schaurig-schöne, aber nichtsdestotrotz nagelneue Ruine. "Ruinen schaffen ohne Waffen", dass konnte schon der olle Sachsen-König.

Romantisch sind sie geblieben, die Bewohner dieses lieblichen Dresdner Außenbezirks und lebten in der DDR ihre eigene Sub-Kultur. Doch gleich nach der Wende ließen sie sie offen ausbrechen und feierten 1991, am 29. und 30. Juni das erste Elbhangfest. Ein kurz darauf gegründeter Verein sorgt seitdem dafür, dass das Fest bisher noch an jedem letzten Juni-Wochenende gefeiert werden konnte. Ein Fest von ganz besonderem
Geist, vor allem aber romantisch: In fünf Orten längs des Elbhanges, auf einer Strecke von sieben Kilometern, auf Dorfplätzen, in Parks und
Villen, am Elbufer und an den Hängen.

Am 24. bis 26. Juni 2016 können wir uns auch in diesem Jahr erneut auf 200 verschiedene Veranstaltungen freuen!